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André Boeing / Cyberhippie

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Social Media

Social Media Space und die Kunst ein authentischer Mensch zu sein

Stellen wir uns den Social Media Space als ein großes, gemütliches, kreatives Dorf Café vor. Es gibt eine Couch Ecke am Kamin – mit einer bunten Auswahl der dörflichen Tageszeitungen (Blogs). In einer anderen Ecke gibt es Video Leinwände, in einer weiteren Bildergalerien. Alle Werke stammen von den Dorfbewohner/innen – für die Dorfbewohner/innen. An einigen Tischen sitzen Gruppen zusammen und tauschen sich über diese und jene Themen aus.

Wir betreten das Café und gleich stürzt sich jemand auf uns. „Ahh – als Besucher sind Sie doch sicherlich an der Umgebung hier interessiert ?! Unser Reiseunternehmen ist das Beste im ganzen Ort. Wir haben 2 „Mit uns das Dorf entdecken“ Pakete – möchten sie lieber das Grüne oder das Rote ?“ „Oh, oh. Ein klassischer Marketer“, denkst du, lehnst dankend die verkaufsdurchtrainierten Angebote ab und gehst weiter.

Du sprichst eine Reihe von Gästen an – darunter jene, die sehr bedacht auf ihr Image sind und es poliert zur Schau stellen. Andere wiederum, die sehr bedacht darauf sind, nichts Falsches zu machen, zu viel von sich zu zeigen. Schließlich kommst du an einen Tisch, an dem eine Gruppe über ihre Erfahrungen mit ihrer täglichen Arbeit und Produktentwicklung sprechen. Du merkst schnell, dass hier authentische Menschen über ihre Erfolge, ihre Herausforderungen, Krisen, Widerstände und Techniken zur Bewältigung sprechen – die ihre Kunden mit einbeziehen und sie fragen, was schief läuft, was sie sich wünschen. Ihre Services anbieten, weil sie sie lieben. Bei ihnen fühlst du dich wohl. Diese Menschen sind echt, du findest dich schnell in ihnen wieder und lernst eine Menge in der Interaktion mit ihnen.

Social Media ist People Media. Ich fühle mich wohl bei Menschen und Organisationen/Unternehmen aus Menschen , die authentisch sind, echt, eben menschlich und genauso in das Netz über Multimedien kommunizieren.  Diesen Anspruch habe ich an mich in meiner Blissness Transformation. Ich will Mensch sein – mit meinem Schatten und meinem Licht – mit meinen „Tolligkeiten“ und Fehlern. Kein poliertes, abgesichertes Image, das Zielgruppen gemäß Studie A mögen. Wenn ich echt bin, weiß ich, das mich nicht alle mögen (Like) werden. Aber ein paar, mit denen dann eine echte Beziehung möglich ist. Meine Resonanzgruppe. Menschen, die in Resonanz mit dem „Ich/Wir selbst sein!“ sind.

Abschließend 2 Blog Artikel der mediasnackers, die ich sehr wegen ihrer Authentizität schätze:
http://mediasnackers.com/2011/02/the-business-of-being-human/
Und ein Video Cast mit der Social Media Managerin von Kodak, die als Vertreterin einer großen Brand  über ihre sehr menschliche Arbeit spricht: http://mediasnackers.com/2011/02/ms-vodcast-episode24-jennifer-cisney-kodak-social-media-manager-chief-blogger/

Kipppunkt "Neue Medien" > "Social Media"

Anfang 2010 können wir einen Wechsel, einen Kipppunkt vom populären Begriff „Neue Medien“ (blau) zu „Social Media“ (rot) beobachten:

Google Trends Neue Medien / Social Media
Google Trends Neue Medien / Social Media

Original Link zur Google Trend Grafik

Bis 2010, dem nahenden Ende der zweiten World Wide Web Dekade war alles Neu und die „alten“ Medien im Vergleich noch immer recht frisch in der Erinnerung.

Alte Medien
"Alte Medien"

Die heutige Generation der Teens und frischen Twens kennt diese Medienwelt nicht mehr. Sie sind in den stets Neuen Medien aufgewachsen – in einer exponentiellen Flut neuer Endgeräte, Web Technologien und -Anwendungen.

"Neue Medien"
"Neue Medien"

Das „Neue“ ist uns also recht vertraut geworden und wir entdecken zunehmend, was das „Neue“ an den Medien eigentlich konkret bedeutet. Im letzten Bild sind es die Verbindungslinien im Media Space zwischen den Menschen und Endgeräten. Die „Neuen Medien“ haben sich also als „soziale Medien“, als „Social Media“ entpuppt. Ein medialer Raum, der es (theoretisch) Menschen in allen sozialen Schichten grenzübergreifend ermöglicht, Botschaften/Wissen interaktiv zu senden, zu empfangen, zu propagieren, zu modifizieren, zu vernetzen/verknüpfen.

Von der Dominanz des produzierenden „Neu“ der Industrie muss es also jetzt zum etablierenden „Sozial“ der Mediengesellschaft übergehen. Konkret heißt das, Menschen aller Schichten den Zugang zum Social Media Space zu ermöglichen und aktiv unsere Medienkompetenz (englisch media literacy / Medien Lese- und Schreibfähigkeit) zu fördern, damit wir als Individuen und Organisationen das Potential sozialer Medien voll ausschöpfen können.

Bundestag, ePetitionen & Raum für Bürgerdialog

Donnerstag Nacht  – ca. 1:00. Ich unterschreibe digital meine erste Petition „im“ Bundestag (ca. 60 000 haben vor mir unterschrieben).

In zahlreichen Blog Einträgen von Bürger/innen werde ich gegen 0:30 auf eine voreilige Fehlentscheidung der Innenminister Konferenz aufmerksam und finde dort auch den Link zur entsprechenden Bürger Petition auf https://epetitionen.bundestag.de/ gegen jene Entscheidung.

Nach meiner Unterschrift nutze ich die Möglichkeit zur Diskussion zum Thema und schreibe einen Eintrag.  Innerhalb von 1,5 Stunden wurde dieser 40mal gelesen und 3 Antworten trudelten ein.

Mitten in der Nacht halten sich also Bundesbürger/innen „im“ Bundestag auf, machen von ihrem demokratischen Recht (und der Pflicht) gebrauch, unterschreiben Petitionen und diskutieren zu Themen, die ihnen wichtig sind, weil uns von einem politischen Organ die (elektronische) Möglichkeit für Mitbestimmung und Bürgerdialog geschenkt wurde.

Auch wenn Deutschland eher rückständig ist, was den Einsatz von Social Media im eGovernment betrifft, so fand ich doch hier im Bundestag ein wunderbares Beispiel.

Zwei Regierungswebsites unter der Lupe

Meine heutige MittagsQuest:
Zwei Regierungswebsites unter einem schnellen Lupenblick: USA & Deutschland

USA: Social Media & Open Government – http://www.whitehouse.gov
Deutschland: Magazin aus „erster Hand“ – http://www.bundesregierung.de

Zum ersten Mal habe ich mir heute die Website vom Weißen Haus seit Obama angeschaut und mir entfuhr bereits in der ersten Minute ein großes  „Wow!“: Nicht nur unter dem Aspekt der Ästethik und der Usability, d.h. übersichtlichen, effektiven Navigierbarkeit der Informationen, sondern primär durch die kompetente Anwendung von Social Media, die wir ja bereits im Wahlkampf Obamas beeindruckend erlebt haben.

Social Media entspricht dem demokratischen Geist , weil es  auf dem partizipatorischen  „Empfangen/Senden“ Modell basiert.  Bereits auf der Startseite vom http://www.whitehouse.gov erhalte ich prominent sichtbar unter der Überschrift „Bleib verbunden“  die Möglichkeit zur Beteiligung. Mit einem Klick lande ich auf den Facebook, Youtube, Twitter, MySpace, Vimeo, Flickr und iTunes Pages der Regierungswebsite.

Das heißt im Klartext, dass die Regierungswebsite ihre Kommunikation über Video, Audio, Bilder, Texte, Kurznachrichten auf stark frequentierte Social Media Networks auslagert, die alle die Möglichkeit zum Dialog und zur Weiterverbreitung durch Integration in andere Websites bieten. Kurz: Ein viraler Dialogeffekt.

Einen Hyperjump weit entfernt besuche ich unsere Regierungswebsite auf http://www.bundesregierung.de

Auf der überladenen, nüchtern und für mich unattraktiv designten Website streiche ich mit der Maus über das Logo oben links, woraufhin sich „Die Bundesregierung“  in ein „Regierung Online – Wissen aus erster Hand“ verwandelt. Hier spricht das grundlegende Modell unserer Regierung:
Ein informatives Online Magazin aus der (ersten) Hand der Regierungsredaktion. Vergeblich suche ich eine Möglichkeit , zurück zu kommunizieren oder beteiligt zu sein.  Zwar kann ich mir in der Mediathek Videos und Bilder anschauen, es fehlt jedoch die Möglichkeit der Integration in z.B. meinen Blog hier oder andere relevante Websites. Auch die Artikel kann ich nicht mit einem Klick in Publikations- und Social Networks übertragen und so Dialogfähig machen, wie es das Weiße Haus anbietet.

Beeindruckt hat mich auch das Transparenz-Modell der Open Government Initiative auf http://www.recovery.gov. Hier kann ich nach deutlichen Kriterien den aktuellen Stand der Budgetverteilung attraktiv aufbereitet und Wochenaktuell abfragen.

Fazit: Das Weiße Haus unter Obama ist das Musterbeispiel einer transparenten Regierungswebsite, die den Geist von Social Media nicht nur intellektuell begriffen hat, sondern lebt.

Beim Klick auf den Facebook Button ploppt ein Fenster auf, um mich zu verabschieden – in der Hoffnung, dass ich Freude an meinem Besuch hatte. Ein kleiner Button gibt mir die Möglichkeit, dem Web Team der Regierungswebsite ein Feedback zu senden. Genau das werde ich jetzt tun und habe dann meine

Mittagsquest accomplished

P.S.:
Mit einem Klick konnte ich z.B. dieses relevante Video direkt von der Regierungswebsite hier publizieren:

Bloggen auf WordPress.com.

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