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André Boeing / Cyberhippie

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Edutainment

Urgent Evoke – ein Online Game Crashkurs in Sozialinnovation

Am 03. März 2010 startete eine spannender, 10 wöchiger Crashkurs in Sozialinnovation @http://www.urgentevoke.com

Das „Free to play“ Online Spiel wurde vom World Bank Institute unter der Leitung der Game Designerin Jane McGonigal entwickelt.

Über eine Comic Reihe, die wöchentlich fortgeführt wird und Video Trailer (siehe unten in diesem Artikel) werden Spieler/innen in die spannende Geschichte eingeführt. Von nun an sind sie Spezialagenten des Evoke Networks und erhalten Missionen vom mysteriösen Alchemy aus dem Herzen Afrikas.

Evoke Powers
Evoke Powers

Urgent Evoke verbindet ein Sozialnetzwerk basierend auf der Ning Plattform mit Elementen aus Videospielen. Spieler/innen lösen die wöchentlichen Missionen und Quests, erhalten dafür Runen und können an andere Spieler sogenannte Evoke Powers für ihre Blog Beiträge, Bilder und Videos vergeben. Evoke Powers sind z.B. Kreativität, Kollaboration, Führunsqualitäten, Lokale Einsicht, Mut, usw.

Fortschritt & Erfolge
Fortschritt & Erfolge

Missionen sind jeweils in drei Aufgaben aufgeteilt: Learn, Act, Imagine ( Lernen, Handeln, Fantasieren). Die Mission der zweiten Woche behandelt z.B. das Thema Hunger und Ernährung. In der „Learn“ Aufgabe werden Spieler zu verschiedenen Websites geleitet, um einen Einblick in die globale Ernährungssituation zu erhalten.

Die praktische Aufgabe besteht z.B. darin, die Frage „Wo herrscht in meiner Nähe Hunger und was wird dagegen getan ?“ zu beantworten: In einem Blog Artikel, einer Fotostrecke oder einem Video. In meiner Mission habe ich z.B. einen englischen Blog Artikel über Die Tafel geschrieben, die in meiner Nähe Bedürftige mit Nahrung versorgt, die qualitativ einwandfrei aber nicht geeignet für gewünschte Marktstandards Tag für Tag von Supermärkten, Restaurants und Lebensmittelherstellern weg geworfen werden.

Eine halbe Stunde nach Veröffentlichung haben mir meine Mitspieler Elastika aus Slowenien und Stefano aus Italien jeweils eine Evoke Power verliehen: in diesem Fall „Local Insight“ „Lokale Einsicht / Erkenntnis“

International – ja, so fühlt es sich wirklich an im Evoke Network. Gerade mal zwei Tage im Spiel, bin ich bereits mit 12 Männern und Frauen aus z.B. Pakistan, den Phillipinen, Senegal, Mexiko und weiteren Ländern im Sinne des Web 2.0 „befreundet“ und habe einige Nachrichten mit ihnen gewechselt.

Spiele sind die erhabenste Form der Untersuchung – Albert Einstein
Urgent Evoke ist ein Online Spiel, dass mich nach langer Zeit mal wieder so richtig gebannt hat. Ich habe nicht nur ähnliche „Feelings“ wie bei meinen sonstigen Rollenspielen (Auf einer Quest sein, ein Problem lösen, eine „Gruppe“ finden und managen, Erfolge und Super Kräfte erhalten, einen besonderen Erfolg ergattern wollen….) – ich habe zusätzlich das befriedigende Gefühl, mich ernsthaft spielerisch mit den Themen auseinander zu setzen, die uns in der Realwelt wirklich  beschäftigen.

Oh – und ich bin scharf darauf, nach erfolgreichem Abschluss der 10 Wochen und Missionen den offiziellen Titel:
„Certified World Bank Institute Social Innovator – Class of 2010“ – na, wenn das mal keine steile Karriere in einem „Krisensicherlichen“ Job ist 😉

Während ich bei meinen üblichen Spielen das Gefühl habe, nur mit nord-amerikanischen und europäischen Spielern Kontakt zu haben, gibt mir Urgent Evoke das Gefühl einer wirklich globalen Graswurzelbewegung.

Genug zur Einleitung. Mein ‚“urgent“ Vorschlag: selber ausprobieren.

Ich bin im Evoke Network als Mentor tätig – kontaktiert mich also gern, wenn wir uns vernetzten und gegenseitig „powern“ wollen.
Mein Profil findet Ihr hier

Agent Boeing mit dem deutschen Evoke Report 😉

EVOKE trailer (a new online game) from Alchemy on Vimeo.

Virthuater – Erster Abend und Übungen

Der erste Abend einer experimentellen, virtuellen Theatergruppe fand am Mittwoch Abend in der World of Warcraft statt.

Virtuelles Theater scheint zunächst schwer vorstellbar, da kein Körper involviert ist. Das „ent-körperte Theater“ in virtuellen Welten ist ein immersives Rollenspiel-Theater, das auf einer variationsreichen 3D Bühne auf den Monitoren der Gamer und Zuschauer/innen spielt. Die Immersion und „Medientrance“ vermag dem virtuellen Theater seine Erfahrungstiefe zu schenken. Man könnte auch sagen, Virthuater ist live inszeniertes und improvisiertes 3D Fernsehen im Animé Stil. Der Unterschied liegt im  letzen Bild jedoch darin, dass die Zuschauer selbst Teil des Spiels werden können. Die Distanz Spieler/Zuschauer schwindet.

Wie ich im letzten Beitrag schon schrieb: Virthuater lässt sich auch als „Puppentheater“ des Informationszeitalters verstehen. Die Spieler/innen steuern ihre Marionetten, Avatare, Charaktere nicht durch hauch-dünne Bändchen an einem Kreuz – sondern durch Tastenkombinationen mit der linken Hand, Mausbewegungen mit der Rechten und die Icons der Effekte.

Raum, Bewegung, Staccato und Flow
Wir begannen am Abend mit Übungen, die im „echten“ Theater der Lockerung des Körpers dienen. Wir liefen und rannten die Bühne ab – zurück, vor, seitlich, umeinander herum. Eine Besonderheit in der World of Warcraft: Spielerkörper kolldieren nicht miteinander sondern laufen normalerweise durch den anderen hindurch. Ein Ziel unserer Übung war dabei, unsere Ausweichkünste zu verfeinern, um körperliche Kollision zu simulieren.

Präsenz – Du, Ich, Wir
Nach den Raum- und Bewegungsübungen gingen wir zur „Präsenz“ über. Ziel war es, seine Gegenüber zu grüßen – in unterschiedlichen Variationen. Für solche Zwecke bietet World of Warcraft verschiedene Emotes, die den Spielerkörper animieren – teilweise mit Sprachausgabe. „/salute, /grüßen, /verbeugen /winken /respekt /hello “ sind einige der Befehle, die einer Begrüßung zur Verfügung stehen und in das Chatfenster eingegeben werden können.

Nach dem Grüßen der Anderen stellte sich nun jeder Einzelne der Gruppe vor. Name, Titel und ein imposanter Abschluss, bei dem ein spektakulärer Zauber gewirkt oder sonstige Effekte „angehängt“ werden konnten.

Auf einer tropischen Insel bildeten wir einen Kreis um einen kleinen Hügel, der nun 2 bis 3 Darstellern als Bühne diente, während der Rest drumherum das Schauspiel betrachtete. Bei den improvisierten Szenen ging es unter anderem darum, aus seiner Komfortzone als Rollenspieler heraus zu kommen und eine Rolle zu spielen, die uns normalerweise nicht liegt, oder entgegen unserer üblichen Handlungen ist.

So mutierte z.B. der lamm-fromme, zölibatäre Priester, den ich normalerweise spiele, zum gewalttätigen Macho-Ehemann, der schlussendlich doch handfest seiner cholerischen Ehefrau unterlag. Eine berührende, intime Todesszene im Abschied zweier Freundinnen folgten. In einem anderen Stück trafen  zwei Stadtwachen auf eine verrückte Frau und fanden sich im Konflikt zwischen „Authorität“ und „Beruhigen wollen“.

Am nächsten Mittwoch wollen wir zudem „Unsichtbares Theater“ praktizieren. Spieler in zweier- und Dreigruppen werden mit bestimmten Themen (z.B. Wanderprediger, Stadtwachen, Bettler) in die stark belebten Städte ziehen und an diversen Orten ihr Theater improvisieren. Für die „ganz normalen“ Wacrarft Gamer werden so Brüche in ihrem üblichen Spielalltag inszeniert. Sie können mit in das Spiel einsteigen.
In den ersten Übungsabenden geht es zunächst einmal um die Steigerung der Ausdruckskraft mit der virtuellen Marionette und die Entfaltung der Theaterspielfreude.

Man mag meinen, dass einem der geschützte Raum einer Computerspielwelt die üblichen Hemmungen von Selbstausdruck und Spontantheater nimmt – weil wir ja nicht „Real“ da sind und uns keiner „wirklich“ kennt. An diesem Abend war es spannend zu erleben, dass sich ähnliche Muster bei der virtuellen Theatergruppe zeigten, die mir von damaligen „echten“ Theatergruppen vertraut waren. Jemand blieb z.B. bei den Geh- und Vorstellungsübungen zunächst gehemmt am Rand stehen. Eine andere sagte, sie brauche vor einem „öffentlichen“ Spontantheater noch Zeit, freier im Ausdruck zu werden.

Chancen, Heilkraft und Möglichkeiten des virtuellen Theaters – in der nächsten Woche gibt es den nächsten Report.

Edutainment Expansions für World of Warcraft

Das New Media GameLab Neue-Sendung.de hat eine Vorabversion einer  Edutainment und LMS (Lern-Management-Plattform) für das erfolgreiche MMO World of Warcraft veröffentlicht. 

Ab Februar 2009 startet das ambitionierte Fan-Projekt Academia Pax Cultura mit dem Thema „Krisenherd Kriegshymnenschlucht“. Auf spielerische Weise nähern sich die Teilnehmer/innen der Thematik „Krisenherde und Friedensmissionen“ an.

Weitere Dauer-Kurse für Medienkompetenz, Selbstfindung & -Ausdruck, Friedensbildung, u.A. sind in Arbeit.

Vorabansicht und Video-Trailer zum ersten Monat unter:

http://academia-pax-cultura.mothership-gaia.org 

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