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André Boeing / Cyberhippie

Monat

September 2011

Crowdmapping – Nachhaltige Entwicklung in unserer Region sichtbar machen

Die Idee, als Bürger/innen gemeinsam die nachhaltige, resiliente (widerstandsfähige) Entwicklung in unserer Region Witzenhausen zu kartographieren nahm beim morgendlichen Kaffee am Montag Gestalt an.

Ziele:

  • Nachhaltige Entwicklung in unserer Region sichtbar, visuell ansprechend und navigierbar machen
  • Ein Gefühl von „Wow – das alles geschieht schon in unserer Region ?“ auslösen > Faktor Motiva(c)tion
  • Ein Verzeichnis „kritischer“ Orte erstellen, die dringend einer Optimierung unter nachhaltigen Gesichtspunkten bedürfen.
  • Eine detaillierte Datenbank zur regionalen Entwicklung mit vielfältig verwertbaren und verwendbaren Datensätzen anlegen.

Im sogenannten „Crowdsourcing Verfahren“ wird dabei die Datenbank durch Bürger/innen über diverse Medien- und Endgeräte (z.B. Mobiltelefone und Smartphones)  „gefüttert“. Für die Übermittlung von Einträgen stehen u.A. zwei Apps für iPhone/iPod/iPad und Android Systeme bereit.

Die Daten können für Bürger/innen, Initiativen und unsere kommunale Verwaltung von Bedeutung sein

Kurz nachgedacht und in die Aktion gesprungen, wurde die dafür notwendige Plattform mit derUshahidi Lösung aus Kenia in den nächsten Stunden mit der kostenlosen Web App http://crowdmap.com/ realisiert und befindet sich nun auf http://witzenhausen.crowdmap.com 

Screenshot Crowdmap
Screenshot Crowdmap

Abschließend ein Video über die hervorragende Open Source Plattform Ushahidi

Wandel, der von Unten wächst – die Transition Bewegung

Lokales Engagement mit Kopf, Herz und Händen – die „globalokale“ Krise als wunderbare Chance.

Am vorletzten Wochenende nahm ich am ersten Transition Training im Rathaussaal der Stadt Witzenhausen teil.

Über 30 Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland – von Teenagern bis hin zu Ü70´ern – bauten in 2 intensiven Tagen ein inspirierendes Feld für den „Wandel von Unten“ auf. Die ausgebildeten Transition Trainer Gerd Wessling und Marcus Kampmeier von der Transition Town Initiative Bielefeld führten kompetent durch das Wochenende.

Wir wissen um viele Krisen der Welt – schließlich fluten sie tagtäglich durch verschiedenste Medien auf uns ein: Zusammenbrüche von Wirtschaftssystemen, fortschreitender Klimawandel und damit verbundene Naturkatastrophen, ein drastisches Schmelzen des arktischen Eis, unsichere und schwindende Energievorkommen, unsere Abhängigkeit von Öl ( damit verbunden die kommende Verknappung und bestehenden Kriege um die Sicherung der „letzten“ Vorkommen (Peak Oil)…..die Liste ließe sich fort und fortführen.

Wie reagieren wir im Angesicht der Krisen ? Zeigen wir mit dem Finger auf Politiker und Wirtschaftsbosse „da Oben“ und fordern „Die sollen mal was ändern!“ während wir mit Chips und Schokolade vor dem Fernseher ihren fortschreitenden Rückschritt im „Siehste, die machen ja eh Nichts“ verurteilen ? Oder reagieren wir gelähmt, zucken mit den Schultern und entschuldigen uns mit einem „Was können wir kleinen Bürger/innen da schon machen!“ ? Oder sind wir gar an jenem wund(er)baren Punkt, in dem wir uns erschüttert und ehrlich fragen, „Was kann ICH tun in der lähmenden Fülle der Notwendigkeiten ?“

Der erste Schritt ist häufig auf dem Weg einer Veränderung der Schwierigste. Wir sehen einen unglaublich langen Weg vor uns – mit einem herausfordernden Berg, der hoch in den Himmel ragt. So gewaltig scheint der Weg, dass wir lieber beschließen, dort zu bleiben, wo wir sind – zumal der Weg keine ausgebaute Straße mit Schildern ist, sondern eine unberechenbare Wildnis. Der erste Schritt aber liegt buchstäblich Nahe: vor und hinter der eigenen Haustür.

Die Transition (Wandel) Bewegung zielt auf die lokale Veränderung. Auf die Graswurzel bürgerschaftlichen Engagements und damit demokratischen Gestaltungsprinzipien. Unsere globalisierte Welt ist ein komplexes Netzwerk lokaler Verbünde. Ändern wir Schritt für Schritt die lokalen Zellen, aus denen der globale „Organismus“ besteht, ändert sich auch der Organismus. Eine gesunde(ne) Zelle vermag ihre Nachbarzellen positiv anzustecken. Dazu müssen in einem kranken Organismus die Zellen widerstandsfähiger (resilient) gemacht werden – widerstandsfähiger z.B. gegen äußere Schocks und Kriseneinflüsse im Gesamtorganisamus. Auch ist es wichtig, die Zelle von ihrer totalen(!) Abhängigkeit von Außen zu befreien.

Konkret bedeutet das für die „Zelle“ (die Stadt, das Dorf, die Siedlung) zum Beispiel:

  • Nahrung :: Die Wiederentdeckung lokal angebauter Nahrung und ihre regionale Verbreitung
    Nicht nur durch die lokale Landwirtschaft – auch in Gemeinschaftsgärten oder öffentlichen Grünflächen, auf denen z.B. wieder (alte) Kulturpflanzen wie die Esskastanie angebaut werden.
  • Energie :: Lokal erzeugte Energie & Wärme
    Bürgersolaranlagen, Biogasanlangen, usw.
  • Transport :: Öffentlicher Verkehr und Car Sharing (Stadtteil-Autos) mit Solarstrom, Pflanzenöl-Kraftstoff oder z.B. recyclten Fett (wie „Pommes Fett“ aus Imbissbuden) betrieben
  • Wirtschaft :: Komplementärwährung (Alternative, regionale Währung)
  • Soziales :: Ein neues, altes Miteinander der Generationen Vernetzung, Synergien, Kooperation, Engagement zwischen Menschen, Organisationen, Kommunaler Verwaltung, Business und Initiativen

Wissen, Anwendungen, Lösungen, Beispiele, Modelle sind reichlich vorhanden – z.B. in der größten, globalen Datenbank, dem Internet und in Büchern zugänglich. Angewandtes Wissen und Wandel aber können nur dort wirken, wo sich eine kleine oder größere Gruppe verbindet, und…

  • …das auf.klärende Wissen (Kopf) sichtbar und zugänglich macht – für sich und Andere im lebenslangen Lernen
  •  …der begeisterten Leidenschaft einer motivierenden, positiven Zukunftsvision aber auch den Sorgen und Blockaden, den Lähmungen und eigenen „Abhängigkeiten“ von un-nachhaltigen Verhaltens- und Konsumweisen Raum gibt (Herz)
  • …effektive Themen- und Arbeitsgruppen hervorbringt, die konkret Handeln und Wandel wirken (Hände)

Ich habe das Glück einer bestehenden Transition/Wandel Initiative  in der nächsten Stadt (Witzenhausen) 10km von meinem Dorf (Ziegenhagen) gelegen, der ich mich nun angeschlossen habe. Schritt für Schritt vermag ich mich hier – vor der Haustür – weiter zu engagieren, in naher Vernetzung zu Gleichgesinnten, bestehenden Initiativen und Programmen der kommunalen Verwaltung.

Das Thema der Transition Bewegung soll hier nur angerissen werden. Es war und ist für mich ein Thema, das mich noch eine Weile aktiv und reflektiv beschäftigen wird.

Weitere Informationen:
http://www.transitionnetwork.org/

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