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André Boeing / Cyberhippie

Monat

Juli 2009

ROM>RW>RWR – von den „Read only“ zu den Read/Write/Remix Medien

CD ROM´s sind uns als „nur Lesen“ Medien wohl bekannt – (ROM=Read Only Memory)

Wortspielerisch lesen wir für diesen Artikel das ROM als „Read Only Medien“. In meiner Teenager Zeit (heute 34) gab es für uns nur die ROM´s

alte medien
alte medien

Da produzierte also eine Medienindustrie über drei Fernsehprogramme, das Radio und die Zeitung “Einweg-Medien” für uns als voneinander getrennte Masse. Wir waren beschränkt auf die Rolle als Medienkonsumenten, mussten “essen”, was uns vorgesetzt wurde,  konnten nicht antworten und nicht mit anderen Medienkonsumenten über das Medium kommunizieren.

Der Einzug des World Wide Webs, die sinkenden Kosten verschiedenster Endgeräte, die steigende Bandbreite und verfügbaren Werkzeuge zur Medienerstellung haben zu einer rEvolution der ROM´s zu den RW Medien – den Lesen/Schreiben Medien geführt:

Die Neuen MedienDie Medienindustrie und die Medienkonsumenten – die „Professionals“ und „Laien“ teilen sich nun einen gemeinsamen Mediaspace, in dem sie miteinander und über verschiedenen Endgeräte verbunden sind. Medienkonsumenten können nun Medien lesen und schreiben – oder lernen zumindest das „Schreiben“. Wer früher einen 3 Minuten Videoclip weltweit senden wollte, brauchte einige Millionen flüssiger Finanzen und die rechten Beziehungen.  Heute sendet man für weniger als einen Cent (anteilig an den Internet Kosten) seinen Clip in das weltweite Medium.

Die dritte rEvolution findet augenblicklich statt: die RWR Medien: Read/Write/Remix Medien. Bleiben wir im Beispiel beim Medium „Video“.

Nehmen wir an, wir möchten eine bestimmte Message, eine Geschichte, oder Wissen über Video/WebTV verbreiten. Das Komponieren von Musik, das Abdrehen der Videosequenzen und Erstellen von Grafiken ist viel Aufwand.

Die heutige Mediengeneration macht es sich einfacher. Sie will schnell und in einer Freizeitaktion eine Message verbreiten und re-mixt dabei einfach v0rhandene Medien. Musik/Soundtrack von dort, Grafiken von da, Videos von drüben, hübsch gemischt mit eigenen Voice overs und kurzen, eigenenVideosequenzen. In wenigen Stunden ist das Werk vollbracht und publiziert.

Dabei werden nur sämtliche Copyright Gesetzte verletzt und manchmal verfolgt.

http://creativecommons.org/ hat es sich vor bereits einigen Jahren zum Ziel gesetzt, eine Copyright Erweiterung einzuführen, in dem Urheber das Recht haben, ihre Werke z.B. für nicht kommerzielle Weiterverbreitung und Nutzung in eigenen Medienwerken zu gestatten. Wikipedia z.B. stellte im letzten Monat alle Artikel und Medien auf die Creative Commons Share Alike Lizenz um.

Medien können durch ein erweitertes Copyright Verständnis (a right to copy) zu Medienbausteinen neuer Medien werden. Die Produktionszeit für professionelle Medien sinkt  so enorm – die Möglichkeit „einfacher“ Bürger, ihre Message mit professionellen Medienbausteinen zu gestalten und zu verbreiten steigt enorm. Freie Kultur = Hyperevolution kultureller Bausteine. Read>Write>Remix

Bundestag, ePetitionen & Raum für Bürgerdialog

Donnerstag Nacht  – ca. 1:00. Ich unterschreibe digital meine erste Petition „im“ Bundestag (ca. 60 000 haben vor mir unterschrieben).

In zahlreichen Blog Einträgen von Bürger/innen werde ich gegen 0:30 auf eine voreilige Fehlentscheidung der Innenminister Konferenz aufmerksam und finde dort auch den Link zur entsprechenden Bürger Petition auf https://epetitionen.bundestag.de/ gegen jene Entscheidung.

Nach meiner Unterschrift nutze ich die Möglichkeit zur Diskussion zum Thema und schreibe einen Eintrag.  Innerhalb von 1,5 Stunden wurde dieser 40mal gelesen und 3 Antworten trudelten ein.

Mitten in der Nacht halten sich also Bundesbürger/innen „im“ Bundestag auf, machen von ihrem demokratischen Recht (und der Pflicht) gebrauch, unterschreiben Petitionen und diskutieren zu Themen, die ihnen wichtig sind, weil uns von einem politischen Organ die (elektronische) Möglichkeit für Mitbestimmung und Bürgerdialog geschenkt wurde.

Auch wenn Deutschland eher rückständig ist, was den Einsatz von Social Media im eGovernment betrifft, so fand ich doch hier im Bundestag ein wunderbares Beispiel.

Zwei Regierungswebsites unter der Lupe

Meine heutige MittagsQuest:
Zwei Regierungswebsites unter einem schnellen Lupenblick: USA & Deutschland

USA: Social Media & Open Government – http://www.whitehouse.gov
Deutschland: Magazin aus „erster Hand“ – http://www.bundesregierung.de

Zum ersten Mal habe ich mir heute die Website vom Weißen Haus seit Obama angeschaut und mir entfuhr bereits in der ersten Minute ein großes  „Wow!“: Nicht nur unter dem Aspekt der Ästethik und der Usability, d.h. übersichtlichen, effektiven Navigierbarkeit der Informationen, sondern primär durch die kompetente Anwendung von Social Media, die wir ja bereits im Wahlkampf Obamas beeindruckend erlebt haben.

Social Media entspricht dem demokratischen Geist , weil es  auf dem partizipatorischen  „Empfangen/Senden“ Modell basiert.  Bereits auf der Startseite vom http://www.whitehouse.gov erhalte ich prominent sichtbar unter der Überschrift „Bleib verbunden“  die Möglichkeit zur Beteiligung. Mit einem Klick lande ich auf den Facebook, Youtube, Twitter, MySpace, Vimeo, Flickr und iTunes Pages der Regierungswebsite.

Das heißt im Klartext, dass die Regierungswebsite ihre Kommunikation über Video, Audio, Bilder, Texte, Kurznachrichten auf stark frequentierte Social Media Networks auslagert, die alle die Möglichkeit zum Dialog und zur Weiterverbreitung durch Integration in andere Websites bieten. Kurz: Ein viraler Dialogeffekt.

Einen Hyperjump weit entfernt besuche ich unsere Regierungswebsite auf http://www.bundesregierung.de

Auf der überladenen, nüchtern und für mich unattraktiv designten Website streiche ich mit der Maus über das Logo oben links, woraufhin sich „Die Bundesregierung“  in ein „Regierung Online – Wissen aus erster Hand“ verwandelt. Hier spricht das grundlegende Modell unserer Regierung:
Ein informatives Online Magazin aus der (ersten) Hand der Regierungsredaktion. Vergeblich suche ich eine Möglichkeit , zurück zu kommunizieren oder beteiligt zu sein.  Zwar kann ich mir in der Mediathek Videos und Bilder anschauen, es fehlt jedoch die Möglichkeit der Integration in z.B. meinen Blog hier oder andere relevante Websites. Auch die Artikel kann ich nicht mit einem Klick in Publikations- und Social Networks übertragen und so Dialogfähig machen, wie es das Weiße Haus anbietet.

Beeindruckt hat mich auch das Transparenz-Modell der Open Government Initiative auf http://www.recovery.gov. Hier kann ich nach deutlichen Kriterien den aktuellen Stand der Budgetverteilung attraktiv aufbereitet und Wochenaktuell abfragen.

Fazit: Das Weiße Haus unter Obama ist das Musterbeispiel einer transparenten Regierungswebsite, die den Geist von Social Media nicht nur intellektuell begriffen hat, sondern lebt.

Beim Klick auf den Facebook Button ploppt ein Fenster auf, um mich zu verabschieden – in der Hoffnung, dass ich Freude an meinem Besuch hatte. Ein kleiner Button gibt mir die Möglichkeit, dem Web Team der Regierungswebsite ein Feedback zu senden. Genau das werde ich jetzt tun und habe dann meine

Mittagsquest accomplished

P.S.:
Mit einem Klick konnte ich z.B. dieses relevante Video direkt von der Regierungswebsite hier publizieren:

Eine minimalistische Homepage – endlich

Schon verrückt. Als Webdesigner & -Developer habe ich eine beträchtliche Menge an Sites im Media Space, doch eine fehlte bisher: Eine private Homepage.

WordPress fand ich schon immer sexy &  pötisch (man erinnere sich an den alten WP Slogan: Code is poetry). „Halte es retro-minimalistisch & baue deine Homepage in der Mittagspause“ setzte ich mir heute als Quest. Die Pause ist um – die Site feddisch! Jetzt geht´s wieder an die Projektarbeit.

Quest: accomplished

Bloggen auf WordPress.com.

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