Von der Zielgruppe zur Resonanz-/Synchrongruppe –
Anregungen zu einem Paradigmenwechsel

 Das Zielgruppen Modell scheint uns als so selbstverständlich und allgegenwärtig, dass wir uns möglicherweise nur wenig Gedanken über notwendige Alternativen machen.

 Dabei unterscheidet sich der Mitarbeiter eines internationalen Konzerns, der ein Produkt vermarkten möchte häufig nur wenig von den z.B. kirchlichen Medienarbeitern, die Zielgruppe X mit ihrem Religionsprodukt erreichen und gewinnen möchten. In zahlreichen Studien erstellen wir dann ein sorgfältiges Profil unserer Zielgruppe und feilen emsig an effektiven Strategien, um die Zielgruppe zur Erreichung unserer Ziele (Motive) zu motivieren.

 Dass unser Zielgruppen Modell als Bestandteil unseres territorialen, strategischen, militärischen Weltbildes reif für ein „upgrade“, für einen Paradigmenwechsel ist, möchte ich in folgender Gegenüberstellung verdeutlichen, deren Kontrast ich bewusst ein wenig verstärke.

 

Zielgruppen Modell Resonanz- & Synchrongruppen Modell
Beginnt von Außen nach (evtl.) Innen Beginnt von Innen nach Außen
Fragt sich: Wer müssen wir für Zielgruppe X sein und wie müssen wir bei dieser „über kommen“, damit….. Fragt sich: Wer sind wir ? Worin liegt unsere individuelle Gabe, Stärke – unser Dienst ?
Fixiert auf „Image“ und „Eindruck“ Bemüht, authentisch zu Sein im Ausdruck
Möchte motiviert motivieren….die Zielgruppe zur Erreichung der eigenen Motive motivieren. Möchte inspiriert inspirieren…in spirare sein. Inspirierte Gruppen inspirieren [als (un-intendierter) Nebeneffekt ]
Analysiert, welche Ziele (nicht) erreicht wurden und wo Strategien angepasst werden müssen Beobachtet und reflektiert, wer mit dem authentischen Angebot in Resonanz…resonare…Widerhall getreten ist
Optimiert mit dem Ziel im Auge Harmonisiert das „Miteinander klingen“ der neuen Beziehungsverküpfungen
Territoriales-, strategisches Weltbild Organisches, vernetztes, verwobenes Weltbild     

 

 Ein praktisches Beispiel soll diese kurze Anregung verdeutlichen.

 

Eine Gruppe kirchlicher Medienarbeiter kommt zusammen, weil sie im Internet ein Angebot für Jugendliche & junge Erwachsene schaffen möchten.

Nun könnten wir sagen: „Aber da haben sie doch eine Zielgruppe im Auge – eben die jungen Internet Nutzer zwischen 12-25″

Nehmen wir aber an, jene Medienarbeiter sind begeistert und inspiriert von den Möglichkeiten des Internets und brennen darauf, jungen Menschen ein schönes Angebot zu schenken. Dann wird das Ziel und die Zielgruppe zur Nebensächlichkeit – zum Nebeneffekt. Inspiration und leidenschaftlicher Dienst sind hier die Quellen ihres Schaffens.

Während eine Gruppe von Medienarbeitern im Zielgruppen Paradigma wahrscheinlich nun zahlreiche Studien wälzen würde, um Sinus, Psychoprofil und Präferenzen der Zielgruppe zu studieren, so beginnen die „Resonanzarbeiter“ zunächst mit der Betrachtung ihrer Fähigkeiten, Ideen und einzigartigen Gruppenzusammensetzung.

Während die „Zielgruppler“ lautstark am Whiteboard ihre Strategien entwerfen, Zeitplan und Budget skizzieren und Meilensteine markieren, so würden unsere „Resonanzgruppler“ möglicherweise als Christen zunächst die Klappe halten, still werden und lauschen…..Gehörsam… mit achtsamen Gehör Dem lauschen, Der/Die/Das die eigentliche Quelle des Ganzen ist.

Inspiriert experimentieren die Resonanzler nun….erstellen Prototypen…lernen dazu in ihrem Tun…und zeigen einer kleinen Gruppe von Jugendlichen am Ende der inspirierten Experimente ihren Prototypen. Sie lauschen darauf, was bei den Jungendlichen klingt und anklingt und verändern ihr Tun wie beim gemeinsamen Musizieren, bei dem wir bemüht sind, einen harmonischen Klang zu erzeugen.

Ich hoffe, ich konnte mit dieser kurzen Anregung ein wenig zur Reflektion unserer gewohnten Wege inspirieren und etwas Mut erwecken, andere Wege zu probieren.

Das Resonanz-/Synchrongruppen Modell soll hier nicht als das „next big paradigm“ angepriesen werden – es möchte lediglich zum Experiment und Dialog anregen.

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