Mein Gebetsleben war sehr schwach im ersten Teil der Woche. Am Mittwoch fühlte ich mich gänzlich “de-hydriert” vom Geist Gottes. Ich hörte auf das innere “STOP!” und gab mich für einige Stunden dem Gebet hin. Erfrischt und aufgetankt sehnte es mich dann nach christlicher Gemeinschaft & Austausch.

Meine logistischen Schwierigkeiten aus der dörflichen Diaspora heraus veranlassen mich erneut, die Gemeinschaft in der Virtualität zu suchen und mit ein paar Klicks bin ich zurück in Second Life.

Ich schaue mir die Arbeiten an einer Kirche über den Wolken an. Die Frau des Pastors bereitet gerade noch alles für den Bibelkreis in ein paar Stunden vor. Plötzlich ist sie in einer Lichtsäule gefangen, es regnet wirre Symbole, es spielt eine schreckliche Musik und auch sonst geht plötzlich alles drunter und drüber. Mein “Körper” verbiegt sich in seltsame Posen. Mein rechtes Bein verlängert sich um ca. 7 Meter während mein Kopf nun am linken Zeh befestigt ist. Das geht so ein, zwei Minuten bis ich über den Rand der Welt gestossen werde, im Niemandsland gefangen bin und mein Second Life Programm abstürzt. Puuh – was ist geschehen ?

Ich logge mich erneut in die Welt ein und prompt erhalte ich eine persönliche Mitteilung. Die “Grieferin” ( Virtuelle Spieler/innen, die die Spielerfahrung der anderen bewusst stören und angreifen ) entschuldigt sich bei mir, dass ich versehentlich in den Angriff geraten bin. Sie hätte ein persönliches Problem mit der Zielperson. Ich sage ihr ehrlich, dass ich die Erfahrung der “satanischen Cybermagie” genossen habe. Sie lächelt und lobt mich für meine Lockerheit und das ich nicht den Ernst der “echten” Welt mit der spielerischen Welt von Second Life verwechsel.

Später höre ich, das die Grieferin gebannt (verbannt) wurde, mit 7 alternativen Persönlichkeiten nochmals attakierte, bis es ruhig wurde. Die Spielchen der echten Welt durfte ich nun satirisch und wenig satanisch  in Second Life erleben.

….

Ich teleportiere in eine katholische Kirche, in der wir gemeinsam die Komplet beten. Eine persönliche Nachricht ( IM – Instant Message)  erreicht mich. Ein Obdachloser im RL-Haus ( RL= Wirkliches Leben) eines Second Life Bewohners möchte sich zu Christus bekehren. Der Bewohner ruft über die Gruppenfunktion eine kleine Christengemeinschaft zusammen und wir treffen uns in einer Lutheranischen Kirche, sprechen Gebete, lesen relevante Bibelstellen und heißen John willkommen. Danach gehen er und der Second Life’ler zu einem Pastor (od. Pastorin) in der echten Welt… Second Life war für ihn nur ein Hinführer.

Meine Nacht endet mit einer kraftvollen Bibel- und Gebetsgruppe in der Wolkenkirche. Danach schweben wir mit ca. 40 Teilnehmer/innen zur Tanzffläche über der Kirche, “tanzen” zu christlicher Musik und halten noch Schwätzchen über dies und das. Diese Erfahrung würde ich gerne in der wirklichen Welt erleben. Bibel- und Gebetskreis, danach abtanzen in devotionaler Hingabe und im menschlichem Witz…….

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